Siehst du auch manchmal vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr?

 

Auf deinem Schreibtisch häufen sich die Aufgaben, du weißt nicht wo dir der Kopf steht und trotzdem nimmst du immer weitere Aufgaben an? „Irgendwie werde ich es schon schaffen“, denkst du oder „Was soll ich machen? Wenn der Chef das will und mich um etwas bittet, kann ich ja schlecht nein sagen?“ schießt es dir durch den Kopf.

Der Preis dafür ist, dass du mit deinen eigentlichen Aufgaben nicht vorankommst und alle Projekte hinten runterfallen, die im operativen Tagesgeschäft keine Dringlichkeit haben.

 

Die Lösung? Öfters mal nein sagen!

 

Denn dieses kleine Wörtchen mit den vier Buchstaben ist der Schlüssel zu mehr Produktivität. Obwohl es so machtvoll ist, es auszusprechen, fällt uns genau das im Alltag gar nicht so leicht.

Intuitiv weißt du schon längst, dass es so nicht weitergehen kann. Dir brummt der Schädel, du kannst abends schlecht einschlafen oder gehst schon morgens mit Bauchschmerzen zur Arbeit, weil du das Gefühl hast doch nicht voranzukommen. Egal wie sehr du dich abrackerst.

Kaum gibt es einen Moment, in dem du nicht stöhnend an all die Aufgaben denkst, die noch auf dich warten. Mit den Kollegen in Ruhe einen Kaffee zu trinken ist schon lange nicht mehr vorgekommen. Lieber die paar Minuten nutzen, um noch schnell ein paar E-Mails zu beantworten, denkst du.

Plötzlich steht dein Chef vor dir und bittet dich die Ergebnisse des letzten Teammeetings für die Geschäftsführung in einer Präsentation zusammenzufassen. Während du innerlich stöhnst und dein Gehirn im Eiltempo überlegt, wie du aus der Nummer rauskommen kannst, beobachtest du dich selbst von außen wie du lächelnd sagst „Ok, kein Problem, mach ich“. Noch während du antwortest denkst du innerlich schon „Das hab ich doch nicht wirklich gesagt?!“.

Fazit: Du sagst ja, obwohl du am liebsten genervt „Mach es doch selbst“ schreien würdest.

 

Oder zumindest sagen. Aber aus Sorge, dass dein Chef denkt, du seiest nicht belastbar, deine Arbeitskollegen es dir übel nehmen oder deine beste Freundin verletzt ist, sagst du in allen möglichen Situationen „ja“, wo du eigentlich „nein“ meinst.

Das ist im Grunde genommen durchaus verständlich, denn unserer innerer Antrieb ist es, anderen Menschen zu helfen, für sie da zu sein und auf der anderen Seite niemanden zu verletzen. Außerdem haben wir Angst vor den Konsequenzen, die wir uns im Kopf ausmalen, oder davor abgelehnt zu werden. Manchmal aber sind wir auch einfach nur schlichtweg überrumpelt, weil uns jemand im Vorbeigehen etwas zuruft und wir nicht damit rechnen.

Und dann gibt es noch Situationen, da schießen wir selbst den Vogel ab und setzen selbst einen Punkt nach dem anderen auf unsere To do Liste, weil wir das Gefühl haben, dass alle Aufgaben nun mal wichtig sind und übernehmen uns damit selbst. In diesem Fall wäre es gut, wenn wir auch mal nein zu unseren eigenen Ideen sagen würden und achtsam mit unseren eigenen Ressourcen umgehen würden.

 

Was kannst du also tun, um endlich wieder Herr der Lage zu werden und am Ende des Tages das befreiende Gefühl zu haben, heute etwas geschafft zu haben?

 

Strategie #1

Schaffe Klarheit für das, was dir persönlich und was in deinem Job wirklich wichtig ist. Denn natürlich nur, wenn du das weißt, kannst du dafür sorgen, dass all deine Aufgaben genau darauf abzielen und du kannst alles, was für dieses Ziel nicht dienlich ist, von deiner To do Liste eliminieren. Denn wenn du selbst nicht weißt, worauf du deine Zeit und Energie konzentrieren möchtest, werden es andere für dich entscheiden. Wichtig: Wenn du angestellt bist, sollte dein Ziel natürlich im Einklang zu dem Unternehmensziel deines Arbeitgebers und zu deiner Tätigkeit stehen.

 

Strategie #2

Eliminiere alles aus deinem Kalender und von deiner To do Liste, was überflüssig und belanglos ist und nicht auf dieses Ziel einzahlt. Das können zum Beispiel unwichtige oder unproduktive Meetings sein oder die vielen E-Mails, die du in CC bekommst und dir gar keinen Mehrwert für deine Arbeit liefern.

Wenn du nun Klarheit über dein Ziel und alles Unwichtige aus deinem Kalender gestrichen hast, dann gilt es zu allem Nein zu sagen, was nicht auf dieses Ziel einzahlt. Immer dann, wenn dich jemand bittet eine Aufgabe zu übernehmen, liegt es an dir abzuwägen, ob diese Aufgabe dich deinem Ziel näher bringt oder nicht. Höre auf damit spontan oder aus dem Bauch heraus „Ja“ zu sagen. Frage dich stattdessen immer: Wird diese Aktivität der größtmögliche Beitrag in die richtige Richtung sein, um mein Ziel zu erreichen?

 

Strategie #3

Wie kannst du die Aufgaben, die für deine Zielerreichung am wichtigsten sind, besser und effizienter erledigen? Welche Arbeitsschritte sind vielleicht veraltet, überflüssig oder können optimiert werden? Gibt es Aufgaben, die dir schwer fallen oder die sich mühsam anfühlen?

Dann wird es Zeit die Aufgaben zu überarbeiten und zu überlegen, wie du sie einfacher erledigen kannst. Wie kannst du es schaffen, dass du die Aufgabe so einfach und leicht wie möglich erledigen kannst? Gibt es Tools oder Systeme, die dich entlasten können? Versuche in den Aufgaben, die wichtig sind, immer besser zu werden und entwickle Routinen, die dir dabei helfen.

 

Strategie #4

Versuche dich immer auf die Tätigkeit, die du gerade tust, voll und ganz zu fokussieren. Gehörst du auch zu den Menschen, die immer alles gleichzeitig erledigen wollen und z.B. im Meeting oder beim Telefonieren nebenbei noch E-Mails beantworten?

Dann solltest du dir das schnell abgewöhnen. Erstens weil es unhöflich ist und zweitens weil es dich nur Zeit und Energie kostest. Entgegen aller Erwartungen spart Multi-Tasking nämlich keine Zeit, sondern das Gegenteil ist der Fall. Außerdem sind wir natürlich unaufmerksamer bei der Sache. Es ist viel effizienter sich immer nur auf eine Aufgabe zu fokussieren und diese dann konzentriert abzuarbeiten.

 

Strategie #5

Plane dir immer genügend Zeit und Puffer ein. Ein Fehler, den wir auch häufig tun ist, dass wir die Zeit, die wir für einen Termin oder eine Aufgaben mit viel zu wenig Zeit in unserem Kalender einplanen. Auch das führt dazu, dass wir nicht alles schaffen, was wir uns für den Tag vorgenommen haben und kommen noch dazu unnötig in den Stress. Gerade bei Terminen kann das der Fall sein, wenn wir zum Beispiel für den Weg dorthin zu wenig Zeit oder zwischen zwei Terminen zu wenig Puffer eingeplant haben. Baue dir deshalb einen ordentlichen Puffer ein und wenn du dann doch schneller fertig werden solltest, nutze die Zeit einfach für eine kurze Pause oder um eine andere Aufgabe zuende zu bringen.

 

Das waren meine fünf Strategien, die dir dabei helfen sollen, dich im Job-Alltag nicht länger zu verzetteln. Schreib mir gerne, ob sie dir geholfen haben und wie deine Erfahrungen mit dem Thema Verzetteln sind.

 

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Heute möchte ich meine 10 liebsten Instagram-Accounts mit dir teilen. Ich folge ehrlich gesagt nicht vielen Leuten richtig intensiv und schau mir nur ein paar auserwählte Stories an. Von den folgenden Accounts schaue ich mir aber wirklich fast alles an, weil sie mich immer wieder inspirieren und wertvollen Input teilen.

Die Liste der Accounts ist querbeet, denn ich mag es mich in verschiedenen Bereichen weiterzubilden:

 

#01 Marilena Berends 

Die wunderbare Marilena beschäftigt sich mit der Frage, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen und teilt ihre Gedanken dazu in ihrem Podcast Sinneswandel (sehr hörenswert!) und auf ihrem Instagram-Account. Sie gibt dazu immer wieder Impulse auch mal die Perspektive unserer Sichtweise zu ändern und ein weiteres Highlight für mich: Sie liest ziemlich viel und teilt regelmäßig Content aus ihren Büchern, die sie gerade liest.

 

#02 Geh mal reisen

Der Instagram-Account von Ania und Daniel ist ein absolutes Must-have! Die beiden Reiseblogger waren ja schon in meinem Podcast zu Gast und ich bin nach wie vor ein großer Fan von ihnen. Gerade ihre Stories machen geradezu süchtig, denn sie lassen sich immer etwas originelles einfallen und man merkt, wie viel Mühe sie quasi in alles stecken, was sie anpacken. Und ich darf mich hier ruhig outen: Es ist der einzige Kanal, dem ich von Stunde Null an folge! Wer es wie ich liebt zu reisen, der sollte unbedingt ihren Account abonnieren.

 

#03 Jubis4u

Wo wir gerade beim Thema Reisen sind, darf auch dieser Account nicht fehlen: Jubis4u. Hinter diesem Namen stehen Julia & Bianca und auch wenn wir uns erst seit fünf Jahren kennen, gehören sie schon zu meinen engsten Freundinnen. Sie haben etwas unglaubliches vor und als sie mir das damals erzählten, habe ich sie mit großen Augen angesehen: Sie bauen derzeit einen Oldtimer von 1971 zu einem Wohnmobil um, mit dem sie anschließend die Welt erkunden möchten. Aber wer die beiden kennt, weiß: Julia & Bianca sind immer für eine Überraschung gut. Wer diese Überraschungen und ihre Herausforderungen beim Umbau live miterleben möchte, sollte ihnen unbedingt folgen.

 

#04 Marijana Braune

Wenn man das Reisen liebt, kommt man um zwei weitere Themen nicht drumherum: Minimalismus und Nachhaltigkeit. Denn wer die Welt mit einem Backpack erkunden möchte, der darf vor allem eins nicht haben: Zu viel Ballast. Aber auch nach der Reise merkt man schnell, wie wichtig Nachhaltigkeit ist und wie schön es ist, nicht so viel Zeug um sich zu haben. Man merkt auch, dass man während der Reise eigentlich nichts vermisst hat. Wer also auch im Alltag weniger besitzen möchte und Tipps benötigt wie er das umsetzen und insgesamt nachhaltiger leben kann, dem empfehle ich den Account von Marijana Braune. Ihre Devise lautet: “Weniger Zeug, mehr Zeit” und trifft es damit auf den Punkt. Auch ihr Podcast „dont waste, be happy“ ist sehr hörenswert!

 

#05 Laura Malina Seiler

Der Account von Laura Malina Seiler darf in dieser Auflistung natürlich nicht fehlen und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass ihr ihr sowieso schon folgst. Falls du sie nicht kennst: Laura ist Mindful Empowerment Coach und beschäftigt sich mit moderner Spiritualität. Ich selbst konnte lange Zeit in meinem Leben nichts mit dem Thema Spiritualität anfangen. Durch Laura hat sich das rasch geändert, denn durch sie habe ich begonnen mich genau damit auseinanderzusetzen. Auch sie hat natürlich einen Podcast (Happy, holy & confident), in dem sie sogar regelmäßig internationale Gäste zu Gast hat.

 

#06 Stefan Frädrich

Der erste Mann in meiner Auflistung meiner Lieblingsaccounts und das zu Recht: Stefan ist der Gründer von GEDANKENtanken und im Rahmen meiner Managementtrainerausbildung dort, habe ich ihn persönlich kennengelernt. Und ja was soll ich sagen. Stefan ist einfach Stefan. Und genau das spiegelt auch sein Account wieder. Er nimmt seine Follower mit in seinen Trainer-Alltag und das sowohl auf authentische als auch lustige Art und Weise. In seinen Stories redet er Klartext. Und wenn man Glück hat, erhascht man einen Blick auf Dexter, seinen Hund. Geheimtipp: Unbedingt einen Blick auf die Hashtags werfen, die er in seinen Beiträgen verwendet!

 

#07 Laura Helser

Laura Helser kennst du wahrscheinlich aus meinem Podcast, in dem sie Interview-Gast war. Ihr Spitzname ist Loa und in ihren Stories nimmt das Energiebündel uns mit in ihren sehr abwechslungsreichen Alltag und gibt den Followern regelmäßig Impulse mit, wie man es schafft sein eigenes Energielevel zu erhöhen. Fast täglich postet sie dazu etwas zu ihrem morgendlichen Sportprogramm und ihrem Green Juice. Könnte langweilig klingen, aber ist es garantiert nicht. Im Gegenteil: Gute-Laune und eine extra Portion Motivation sind garantiert, wenn man ihr folgt! Da sie mehrere Monate im Jahr auf Bali verbringt, bekomme ich immer etwas Fernweh, wenn ich im Hintergrund ihrer Stories Orte in Canggu sehe, die ich schon selbst besucht habe.

 

#08 Felix Thönessen

Ich will ehrlich sein. Am Anfang habe ich gedacht: Was ist das denn für einer?! Aber inzwischen muss ich sagen, hat er mich rumbekommen. Er ist einfach charmant, bringt mich immer wieder zum Lachen und natürlich das Wichtigste: Hat wirklich etwas zu sagen! Wiedererkennungswert: Eindeutig seine Hosenträger! Der einstige Coach von der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ unterstützt Gründer dabei, mit ihrer Idee durchzustarten und tut das als rheinländische Frohnatur auf eine sehr sympathische Art. Ja, ja, schon gut, man merkt ich bin Felix-Fan. Ganz neu ist sein Podcast „Onkel Schmunzel“ in den ich aber noch nicht reingehört habe – aber psst!

 

#09 Claudia Sophia

Claudia und ich haben uns im Februar diesen Jahres zufällig und leider nur flüchtig bei dem Talentschmiede-Casting von Robert Gladitz kennengelernt. Wir waren beide Zuschauer und saßen im Publikum, während wir die Teilnehmer dabei beobachten konnten, wie sie vor der Jury ihren Pitch machten. Den Siegern winkte ein sechswöchiges Intensiv-Coaching auf Bali. Nachdem mein Auto abgeschleppt wurde und ich es suchen musste, hat Claudia die Gunst der Stunde genutzt und sich doch noch ins Casting eingeschlichen. Ergebnis: Ein paar Wochen später saß sie im Flugzeug auf dem Weg nach Bali. Seitdem folge ich ihr, denn ihr Strahlen ist mir im Kopf geblieben. Sie hilft Frauen ihren eigenen Stil zu finden und hat dazu einen wunderschönen Blog. Unbedingt mal vorbeischauen!

 

#10 Küchenherde

Last but not least: Der Account Küchenherde von Markus Wessel. Seine Mission ist es, die Gastronomie-Branche als Arbeitgeber für die Generation Y & Z wieder attraktiv zu machen. Auch wenn mein eigener Ausflug in die Gastro-Branche zugegebenermaßen sehr kurz war, weiß ich wie wichtig dieses Thema ist. Dazu kann ich euch einen lustigen Fun Fact und eine echte Insider-Info über mich verraten: Ich stand mal mit einem Papphütchen auf dem Kopf am Würstchenstand im Stadion vom 1. FC Köln, um mir neben dem Studium Geld zu verdienen. Neben mir eine Teamchefin, die die ganze Zeit gebrüllt und wirsch mit den Armen um sich gefuchtelt hat. Wie ein scheues Reh habe ich den Kopf eingezogen und gehofft nicht in ihr Visier zu geraten. Nicht die Art von Führungsstil, die ich als Ypsiloner aus der Konzernwelt gewohnt war. Umso besser, dass es Menschen wie Markus gibt, die die Branche wieder attraktiv machen möchten um für genügend Nachwuchskräfte zu sorgen. Denn eins ist sicher: Aufs Essen gehen verzichten wollen wir wohl alle nicht.

 

So, dass waren sie: Meine Lieblingsaccounts! Bei Instagram findest du in dem Beitrag von heute (02.09.2019) in meinem Feed auch noch alle Accounts verlinkt, so dass du sie schnell finden kannst.

 

Konzentriert sitze ich an einer Aufgabe, da leuchtet mein Handy auf. Schnell greif ich danach und schau mir die eingehende Push-Notification an. Es ist nichts Wichtiges, aber wenn ich das Smartphone jetzt eh schon mal in der Hand habe, kann ich auch gleich noch mal schnell meine E-Mails checken denke ich, den Blick nach unten gerichtet, meine Finger bewegen sich hastig über den kleinen Bildschirm. Nach ein paar Minuten lege ich es wieder zur Seite, schaue auf meinen Laptop und frage mich, wo ich eigentlich gerade war. Ach ja, das Projekt. Weiter geht’s. Aber meine Aufmerksamkeit hält nicht lange an, denn… ach ihr wisst schon.

 

Auch in anderen Lebenssituationen ist das Handy plötzlich dauerpräsent. Ob in der Bahn, im Fitnessstudio oder im Wartezimmer beim Arzt. Selbst die Generation unserer Eltern legt das Handy im Restaurant für alle sichtbar auf den Tisch und spielt damit rum. Tun also genau das, bei dem sie uns früher immer wieder mit einem strengen Blick ermahnt haben. Heutzutage sieht man nicht selten Paare oder Familien im Restaurant sitzen, wo jeder seinen Blick auf sein eigenes Smartphone gerichtet hat. Familienzeit? Fehlanzeige!

 

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen von ihrem Smartphone genervt sind und fast schon süchtig danach sind. Auch ich fühlte mich in den vergangenen Monaten zunehmend gestresst durch den immer wieder kehrenden Impuls noch mal schnell online zu gehen. Nur mal kurz bei Instagram schauen, nur schnell was bei Facebook posten oder mal eben die Whats-App-Nachrichten checken. Was folgt: Ewiges Rumscrollen, liken und Stories schauen. Und am Ende: Huch, schon so spät? Jetzt muss ich aber dringend schlafen! Schade, eigentlich wollte ich doch heute  Abend noch gemütlich mein Buch lesen. Und meine Freundin anrufen. Naja, dann morgen. Schnell schicke ich ihr noch eine WhatsApp-Nachricht, dass ich es heute leider nicht geschafft habe mich zu melden, aber ich es morgen versuchen werde. Wenige Sekunden später kommt die Antwort: „Morgen bin ich beim Yoga, hast du Mittwoch Zeit?“ Ich schaue in meinen Kalender, Mittwoch ist schlecht. Wir schreiben noch ein wenig hin und her, um einen Termin zu finden. Ich frage mich: Wann fing der Irrsinn eigentlich an, dass wir uns fürs Telefonieren verabreden, statt den Hörer einfach in die Hand zu nehmen und unsere Freunde spontan anzurufen?

 

Nur mal eben die Mails checken

 

Aus „NurmalebendieMailschecken“ werden schnell Stunden. Stunden, die uns hinterher für andere Sachen fehlen. Für das Buch, das wir lesen möchten, für das Treffen mit unseren Freunden, für das Telefonat mit unseren Eltern, für das Meditieren, das uns eigentlich so gut tut. Wir sind in der Dauerschleife online und fragen uns später, warum wir eigentlich so gestresst sind und zu nichts kommen. Komisch.

 

Schon länger machte sich in mir der Wunsch breit, einfach mal offline zu sein. Mich abzugrenzen von der permanenten Reizüberflutung. Meinen Nacken zu entspannen, von dem ständigen nach unten schauen. Erst ganz leise und dann immer stärker. Also habe ich es ausprobiert und einen Selbsttest gemacht. Die Frage war: Schaffe ich es ein paar Tage ohne Facebook & Co.? Schaffe ich es mein Handy vom Internet abzukoppeln und einfach mal offline zu sein?

 

Vor drei Wochen war es dann so weit. Ich habe am Freitag vor meinem Urlaub alles abgearbeitet und mich in den sozialen Medien natürlich noch verabschiedet. Mit einem Post, in dem ich verkündet habe, dass es in den nächsten Tagen und Wochen still um mich werden wird. Die Reaktionen kamen prompt und waren geteilt: „Echt jetzt? So ganz offline? Das würde ich nicht schaffen!“ sagten Freunde und schauten mich ungläubig an. Andere fanden die Idee super und längst überfällig (meine Mutter) und wiederum andere fragten beinahe schon irritiert „Kannst du dir das überhaupt leisten?“. Ja, kann ich! Denn nachdem ich alles abgearbeitet hatte und mein Urlaub beginnen konnte, habe ich es tatsächlich getan. Ich bin ich in die Einstellungen meines Smartphones und habe das mobile Netz deaktiviert und mein W-LAN ausgeschaltet. Das war zugegebenermaßen ein Moment, der mir nicht leicht fiel. Ich hatte irgendwie ein mulmiges Gefühl: Was ist, wenn ich was verpasse? Plötzlich war sie da: Die fear of missing out, kurz FOMO, also die Angst etwas zu verpassen. Verdammt. Ich war unruhig und traute mir noch nichtmals selbst über den Weg das jetzt ein paar Tage durchzuhalten.

 

Als das Handy dann still in der Ecke lag, stand ich erstmal unschlüssig herum. Und jetzt? Was stelle ich jetzt mit meiner Zeit an? Da draußen schönes Wetter war, setzte ich mich erstmal auf unseren Balkon, schnappte mir mein neues Buch und begann zu lesen. Eine Seite, zwei Seiten, drei Seiten… Nach einiger Zeit (ich weiß nicht wie lange ich dort saß) kam mein Freund und runzelte die Stirn: Hast du nicht erst heute mit dem Buch angefangen und deutete fragend auf mein Lesezeichen, das so gut wie in der Hälfte des Buches steckte. Ich antwortete „Äh ja“, folgte seinem Blick und schaute jetzt genau so irritiert wie er. Wow, so viel hatte ich schon gelesen? Das erste Buch mit sage und schreibe 550 Seiten war am nächsten Tag ausgelesen. Das nennt man wohl im Flow sein. Sechs weitere Bücher, die nicht weniger umfangreich waren, folgten in den nächsten 3 Wochen. Wahnsinn wieviel man schafft, wenn man sich nicht ablenken lässt. Denn die ständigen Ablenkungen, die wir normalerweise im Alltag erfahren, gehen auf Kosten von Fokus und Tiefe, weshalb wir den sogenannten Flow-Zustand so selten überhaupt noch erfahren.

 

Da ich selbstständig bin, konnte ich das Handy natürlich nicht die ganzen 3 Wochen auslassen. Aber ich hielt mich dran, dass ich das Handy nur einmal am Tag anmachte um zu prüfen, ob etwas wichtiges eingegangen ist, meine Mails beantwortete und das Handy dann ganz schnell wieder ausmachte. Zumindest zu Beginn, denn ich will ehrlich sein: Was am Anfang so gut klappte, kam irgendwann ins Schwanken und ganz allmählich wurde die Online-Zeit wieder etwas länger und aus einmal Online-gehen wurden zweimal und so weiter. Ich spürte jedoch ziemlich schnell, dass das in die falsche Richtung geht und die anfängliche Unruhe, die ich verspürte, als ich das Handy ausmachte, verspürte ich jetzt, wenn ich das Handy anmachen musste. Denn war das Internet aus, stellte sich innerlich plötzlich solch eine Ruhe ein wie ich sie gar nicht mehr kannte. Ich war achtsam und mehr im Moment, im Augenblick. Bei mir. Ich war bei Gesprächen konzentrierter und fokussierter. Selbst bei solch alltäglichen Dingen wie beim Lesen oder beim Kochen. Eigentlich bei allem was ich tat und schnell war mir klar: Dieses Gefühl mag ich nicht mehr missen!

 

Und es wäre auch Quatsch. Denn einmal im Jahr ein paar Tage offline zu sein, bringt natürlich nichts. Das ist wie beim Essen: Wenn ich das ganze Jahr über Schoki und Pizza in mich hineinschaufele, reicht es nicht eine Woche lang auf Gemüse zu setzen und dann zu denken, danach ist alles wieder gut. Wie bei allem im Leben gilt: Die Regelmäßigkeit bringt es. Also heißt es für mich jetzt auch im Alltag öfters mal: Handy aus! Denn die Frage, ob ich es mir leisten kann, würde ich im Nachhinein anders beantworten: Bei all den positiven Auswirkungen kann ich es mir nicht leisten, nicht offline zu gehen!

Auf Reisen liebe ich die Einfachheit. Ich mag es mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, den Luxus wegzulassen. Mir hilft es dabei alles wieder in Balance zu rücken und die kleinen Dinge wertzuschätzen.

 

Im Alltag vergessen ich das oft. Zuhause ist einfach alles selbstverständlich: Der prall gefüllte Kleiderschrank, das eigene Bett, das eigene Badezimmer mit fließendem und warmen Wasser, der volle Kühlschrank und auch das es keine größeren Naturkatastrophen gibt.

 

Auf der anderen Seite mag ich es aber auch mich von Zeit zu Zeit im 5-Sterne-Hotel verwöhnen zu lassen. Ich müsste lügen, wenn ich das verneinen würde. Aber ich genieße es umso mehr, wenn es nicht alltäglich ist. Deshalb habe ich mich in meinem Leben bewusst für die Mischung auf Reisen entschieden: Unterkünfte in Schlafboxen mit Gemeinschaftsbädern, Mittelklassehotels, Campingplätze und ja, auch mal das Luxusresort für ein paar Nächte. Das genieße ich dann aber auch sehr bewusst und in vollen Zügen. Das sind die Tage, wo das Handy mal bewusst in der Tasche bleibt, der Laptop zugeklappt und ich nur das tue, auf das ich Lust habe.

 

Was mag ich an dieser bunten Mischung und warum übernachte ich nicht einfach ständig in tollen Hotels?

 

Mal ganz vom Kostenfaktor abgesehen und von der Tatsache, dass mich zu viel Routine langweilt. Es geht mir dabei vor allem um das Thema Dankbarkeit, das ich in diesem Fall von zwei verschiedenen Perspektiven aus praktizieren kann. Wenn ich in einer so genannten Schlafbox übernachte und mir mit zum Teil 60 anderen Reisenden ein Zimmer und das Bad teile, genieße ich zum einen den Kontakt zu den anderen Reisenden, aber ich lerne mein eigenes Zuhause in Deutschland auch umso mehr schätzen. Mir wird bewusst wie gut wir es haben und in welchem Luxus jeder Einzelne von uns eigentlich groß wird. Und damit meine ich eben nicht (nur) die materiellen Dinge, sondern eben die Sachen, die für uns inzwischen selbstverständlich sind. Die es aber eben nicht in allen Teilen der Welt sind. Ich bin in dem Augenblick einfach dankbar für alles was ist, für mein Zuhause und das es mir so gut geht. Ich lerne die Dinge wieder viel mehr zu schätzen, die wir im Alltag als völlig normal betrachten. Auch dafür das ich in einem solch tollen Land wie Deutschland aufgewachsen bin, denn ich mag unser Land und unser Kultur sehr. Ich bin mir bewusst, dass das nicht alle Reisende tun und gerade viele digitale Nomaden Deutschland am liebsten den Rücken kehren würden oder das auch tun. Auch ich sehe Deutschland seit meinen vielen Reisen durch einen anderen Blickwinkel, sehe die Probleme, aber auch die Negativität vieler Menschen. Sehe das typische Nörgeln und Meckern der Deutschen, das man in dieser ausgeprägten Form in kaum einem anderen Land vorfindet, und vermisse bei vielen das Anpacken der Probleme, den Wunsch und die Bereitschaft etwas ändern zu wollen. Dennoch finde ich, dass wir ein großartiges Land haben, denn ich sehe auf der anderen Seite auch Menschen, die genau das tun und sich mit voller Energie Tag für Tag mit ihrer Leidenschaft einbringen unsere Welt Stück für Stück zu verbessern. Das finde ich großartig und dafür bin ich dankbar.

 

Aber zurück zum Reisen. Wenn ich in einem First Class Hotel bin, bin ich nicht weniger dankbar. Aber dann verspüre ich eine ganz andere Art von Dankbarkeit. Dann bin ich dankbar dafür, dass ich mir auch solche Übernachtungen leisten kann und dass ich so erfolgreich im Job bin, um das finanzieren zu können. Ich genieße dann jeden Moment, lasse die Seele baumeln und es mir gut gehen. Genieße ein tolles Essen, ein Glas Wein, den Ausblick aufs Meer und lasse mir am Pool die Sonne auf den Bauch scheinen bei einem guten Buch.

 

Gerade in diesen Unterkünften passiert dann aber von Zeit zu Zeit doch etwas Eigenartiges. Es kommen Wünsche hoch, die vorher noch nicht da waren. Wünsche á la „Zuhause hätte ich auch gern solch ein tolles Bett oder solch eine tolle Regendusche“. Ich komme also in einen Status in dem ich feststelle was mir Zuhause fehlt oder was ich an meiner Wohnung noch verbessern könnte. Schwupps, bin ich gedanklich dabei Veränderungen an meiner Wohnung zu planen oder eine neue Matratze meiner imaginären Einkaufsliste hinzuzufügen. Herzlich Willkommen im Mangelbewusstsein!

 

Ich frage mich in solchen Momenten, was das Reisen mit mir machen würde, wenn ich nur in luxuriösen Hotels schlafen würde. Wenn ich hingegen nach ein paar Nächten in einer Schlafbox, an meine Wohnung denke, sind meine Gedanken nahezu automatisch voller Fülle, Dankbarkeit und Freude. Da ich die Unterkünfte wie gesagt mische, bedeutet das für mich am Ende der Reise: Es ist alles gut so wie es ist!

 

 

Viele Menschen sind unzufrieden in ihrem Job und sind auf der Suche nach ihrem Traumjob. Einem Job, in dem das ständige gestresst sein ein Ende hat, in dem die Kollegen nicht nerven, das Geld stimmt, die Arbeitszeiten flexibel sind, die Aufgabe spannend und herausfordernd und und und. Gibt es so etwas überhaupt oder ist alles nur eine Illusion? Wäre es nicht ein bisschen zu naiv zu glauben, dass wir etwas finden können wo alles stimmt und wir nichts dran auszusetzen haben?

 

Nein! Ich bin davon überzeugt diesen Traumjob gibt es. Für jeden von uns. Auch wenn es für jeden ein anderer ist. Was ich allerdings nicht glaube ist, dass dieser Beruf in allen Belangen perfekt ist.  Aber zunächst die Frage: Was verstehe ich unter einem Traumjob?

 

Ein Traumjob ist für mich ein Job, der mir Spaß macht, der mich packt und fesselt. Der mich die Zeit vergessen lässt. Vergessen lässt welcher Wochentag heute ist und ich arbeiten möchte, obwohl Sonntags ist und andere Leute vorm Fernseher abhängen. Der mir ein Strahlen in die Augen zaubert und am wichtigsten: Der im Einklang mit meinen inneren Antreibern steht! Denn nur dann, und das ist mein fester Glaube, kann ein Job mir die Erfüllung geben, die ich suche. Nur dann, kann ich auch richtig gut in dem sein, was ich tue. Und nur dann entfacht der Job die Leidenschaft in mir mein Bestes zu geben.

 

Seine eigenen Motive zu kennen kann so hilfreich sein. Manchmal verirren wir uns total im falschen Beruf. Geschichten von einstigen Unternehmensberatern, die jahrelang Vollgas gegeben haben und plötzlich erkannt haben, dass sie das nicht glücklich macht und ihr Leben um 180 Grad drehen und nun an einem Strand im Ausland eine kleine Surfschule betreiben. Die Bankerin, die ehrgeizig einer Zielvereinbarung nach der anderen hinterherjagte und nun ein kleines schnuckeliges Café eröffnet hat. Es gibt solche Geschichten, es gibt aber auch unspektakulärere. Wer kennt nicht Menschen, die unglücklich sind im Job, obwohl sie den Beruf ausüben, den sie sich schon immer gewünscht haben? Man grübelt und grübelt, aber weiß nicht warum das Glücksgefühl ausbleibt. Ein Blick auf die inneren Antreiber kann schnell helfen und bringt Licht ins Dunkel. Manchmal macht uns die Aufgabe großen Spaß, aber das Setting stimmt vielleicht nicht. Wir lieben es mit unseren Kollegen zusammenzuarbeiten, den Wert der Teamarbeit auszunutzen und gemeinsam zu einer Lösung zu kommen. Wenn wir aber in einer Unternehmenskultur arbeiten, die gepickt ist von Einzelkämpfern, die genau darauf keinen Wert legen, sondern schnelle Entscheidungen treffen möchten und Teamarbeit für vergeudete Zeit halten, werde ich in einer solchen Kultur nicht mein volles Potential entfalten können. Und umgekehrt genauso wenig wohlgemerkt!

 

Habe ich einen Job, bei dem mir die Aufgabe große Freude bereitet und auch mit meinen inneren Antreibern stimmig ist, verhält es sich ganz anders. Ob dann alles perfekt ist? Auch das muss ich verneinen. In jedem Beruf und ja, auch in unserem Traumjob, wird es etwas geben, dass wir nicht gerne machen, was uns stört oder was einen Nachteil gegenüber einem anderen Job hat. Aber wen juckt das noch, wenn wir wirklich unsere Erfüllung gefunden haben? Wenn wir lieben was wir tun, entspannt sind, morgens gerne aufstehen und uns auf den Tag freuen, wenn wir unserem Warum nachgehen können und rundum zufrieden sind, dann nehmen ich auch die lästige Buchhaltung in Kauf, die dieser Job mit sich bringt. Oder das geringere Einkommen, wenn wir dafür viel mehr Zeit für uns und unsere Hobbies haben. Wir mehr Reisen können. Wir insgesamt ausgeglichener sind. Und die nervige Kollegin kann mir dann sowieso nichts mehr.

Wenn man über Work Life Blending vs. Work Life Balance spricht, gehen die Meinungen auseinander. Einige sind der Auffassung, der Job gehöre genauso zum Leben dazu wie das Life und finden eine Differenzierung Quatsch. Andere hingegen fürchten die Aufhebung dieser Trennung vor Angst dann gar kein „Life“ mehr zu haben, da man für den Chef dann auch offiziell ständig erreichbar ist.

 

Bei der Präsenzkultur ist es ähnlich wie bei dem Thema Work Life Balance, auch hier spalten sich die Lager. Werden auf der einen Seite die Rufe nach Home-Office-Möglichkeiten lauter, schaffen Unternehmen wie IBM diese wieder strikt ab. Schaut man über den deutschen Tellerrand hin zum Silicon Valley hört man auch hier oft, wie wichtig die räumliche Nähe der Mitarbeiter untereinander sei. Manche gehen sogar so weit, dass sie mit jemanden nur zusammenarbeiten möchten und als potentiellen Geschäftspartner betrachten, wenn er oder sie in der unmittelbaren Umgebung ansässig ist. Und es leuchtet auf den ersten Blick durchaus ein. Ist doch gerade bei Start-Ups und Innovationen gerade die Schnelligkeit ein enorm wichtiger Faktor und entscheidet über den Erfolg oder Misserfolg eines Produktes. Aber auf der anderen Seite haben wir ja genau dafür heutzutage dank der modernen Kommunikationsmittel alle Möglichkeiten. Kommunikationsmittel, die sogar genau dort erfunden wurden: In Kalifornien von Firmen wie Facebook, Google & Co. Und doch legt man ausgerechnet dort Wert auf den persönlichen Kontakt und den Austausch, auf das Zusammenarbeiten in der Ideenschmiede. Sofort hat man Bilder vor Augen wie junge Gründer oder auch Angestellte stunden- und nächtelang zusammenhocken um an einer Idee zu feilen. Gründer, die Flip-Flops und kurze Hosen tragen. Im Office, das eher aussieht wie ein Wohnzimmer, auf der Wiese des Campus oder im Garten des Büros, im Café nebenan. Braucht man eine Pause, legt man sich kurz auf das Sofa, geht ins Fitnessstudio oder stärkt sich bei einem gesunden Mittagessen, dass der Koch mitten in der offenen Küche des Großraumbüros aus frischen Lebensmitteln gezaubert hat.

 

Aber mal ehrlich, wer in Deutschland schon mal einen Schritt in ein Unternehmen gewagt hat, weiß, dass die Realität hier für gewöhnlich ein wenig anders aussieht. Man sitzt steif in Businesskleidung an Buche-Schreibtischen aus den 80iger Jahren, in der Kantine gibt es drei Standard-Gerichte, die einem bis abends meist schwer im Magen liegen und der Kicker, der einst die Coolness und Lockerheit repräsentieren sollte, verstaubt in der Ecke. Darüber hinaus verbringt man unendlich viel Zeit in unproduktiven Meetings und zusammenarbeiten tut auch keiner so recht. Viele scheuen sich immer noch davor ihr Wissen offen mit Kollegen zu teilen aus Angst vor Machtverlust. Und nach spätestens 10 Stunden geht’s nach Hause. Dem deutschen Arbeitszeitgesetz sei Dank. Das klingt hart und in vielen Fällen sicherlich auch ungerecht, aber oft genug ist es doch traurige Realität.

 

Wann am Tag hast du deine kreative Phase?

 

Bei mir ist es in der Früh nach dem Aufstehen bis zum Mittag und dann wieder ab nachmittags bis spät abends. Abends, wenn andere vor dem Fernsehen sitzen und ihren Feierabend genießen, sitze ich am liebsten vor dem Laptop und arbeite. Denn ich habe dann einfach gute Ideen und bin kreativ. Am frühen Nachmittag brauche ich eine Pause, meine Beine sehnen sich nach Bewegung, mein Magen braucht eine Stärkung. Ebenso mein Geist. Auch er will eine Pause haben und möchte abschalten. Wenn ich Zuhause bin, gebe ich beiden genau das was sie verlangen. Und zwar durchaus länger als die standardmäßige Mittagspause von 30 Minuten. Ab Nachmittags bin ich wieder total motiviert und vor allem produktiv. Ich genieße es am Abend bereits alle wichtigen Dinge des Tages erledigt zu haben und mich dann in Ruhe für größere Projekte an den Schreibtisch zu setzen.

 

Im Büro geht das in dieser Form nicht. Manchmal frage ich mich nach dem Warum. Ist es tatsächlich undenkbar oder einfach nur zu weit weg in unseren Köpfen, die noch auf 9-5 gepolt sind? Und wenn es nur 9-5 wäre. Oftmals ist es ja eher ein 8-Ende offen, wobei die 10+ Stunden oftmals alles andere als produktiv sind.  Auch unsere Arbeitskultur spielt eine große Rolle dabei, warum wir sofort den Kopf schütteln und sagen, dass dies nicht möglich sei. Wir sind immer noch zu sehr in der Präsenzkultur gefangen. Davon müssen wir weg. Hin zur Ergebniskultur, in der zählt WAS der Einzelne leistet und nicht WIE LANGE er da war. Aus meiner eigenen Erfahrung kenne ich Fälle, da lesen Mitarbeiter morgens gemütlich Zeitung, die Füße auf dem Schreibtisch, Zeitung in der einen, Stulle in der anderen Hand. Kein Scherz. Und wehe es kommt jemand rein und hat eine Frage und unterbricht die Frühstückspause. Alles schon erlebt, alles schon gesehen. Oder am späten Nachmittag wird lustlos im Internet gesurft, die nächste Urlaubsreise online gebucht oder sonst wie die Zeit vertrödelt. Bloß nicht eher als der Chef gehen lautet die Devise. Wir müssen schließlich einen guten Eindruck machen und zeigen wie engagiert und fleißig wir sind. Oder die geliebten Raucherpausen, die selbst von denjenigen in Anspruch genommen werden, die gar nicht rauchen, aber jede Abwechslung willkommen heißen. Verrückt, oder? Und nicht nur das: Auch ziemlich kostspielig fürs Unternehmen.

 

Der gesunde Menschenverstand sagt einem eigentlich schon beim Lesen, wie schwachsinnig diese Präsenzkultur ist. Und doch ändern wir sie nicht. Das geht schließlich nicht. Dann macht ja jeder was er will. Dann arbeitet keiner mehr und alle machen nur noch Freizeit. Der Job ist ja kein Wunschkonzert, sondern der „Ernst des Lebens“. Und der darf natürlich bitte keinen Spaß machen, dafür wirst du schließlich bezahlt. Doch genau das fordert die Generation Y: Sie will Spaß bei der Arbeit haben und sich selbstverwirklichen.

 

Unternehmen sollten Vertrauen in ihre Mitarbeiter haben!

 

Und Ihnen die Freiheiten lassen, die sie brauchen. Klar, das geht nicht bei jeder Tätigkeit. Aber oftmals geht es eben doch. Und wenn die Mitarbeiter das ausnutzen, dann sind sie nicht motiviert. Aber dann sind sie es auch im Büro nicht. Oder glaubt jemand ernsthaft die High Potentials schalten das Hirn ab, sobald sie Zuhause sind und die Low Performer sind plötzlich Produktivitätsmaschinen im Büro nur weil der Chef eine Tür weiter sitzt?

 

Es ist für die meisten von uns eine Situation, die wir gerne vermeiden würden. Ein Tag an dem wir morgens lieber im Bett liegen bleiben würden und uns direkt nach dem Aufstehen wünschen, dass schon Abend ist. Ähnlich wie ein Zahnarztbesuch: Unangenehm, aber notwendig. Wovon ich spreche? Von dem Tag, an dem wir eine Einladung zum Vorstellungsgespräch haben und wir nervös Menschen gegenübersitzen, die darüber urteilen, ob wir die richtige Person für den Job sind. Und denen wir uns von unserer Glanzseite zeigen und im optimalen Licht präsentieren müssen.

Gleich zwei Irrtümer, von denen es Zeit ist Abschied zu nehmen!

 

Irrtum #1: „Unternehmen suchen den perfekten Bewerber“

Unternehmen suchen den passenden Bewerber, nicht den Perfekten. Und besser passen kann durchaus jemand, der geringere Qualifikationen mitbringt oder dessen Lebenslauf nicht ganz so gerade ist, wie der eines Mitbewerbers oder einer Mitbewerberin. Und eines gleich vorweg: Gerader Lebenslauf war gestern. Getreu dem Motto: „Sie haben eine Lücke im Lebenslauf. – Ja. War geil.“ War es früher ein absolutes No-Go sind die Lücken heutzutage oftmals genau die Zeiten, in denen wir uns am meisten weiterentwickeln. Das Jahr Weltreise, der Versuch ein Start-Up zu gründen, das abgebrochene Studium. Ja richtig gehört, nicht nur Aussteigen, auch Scheitern ist erlaubt. Es kommt nur darauf an wie man damit umgeht und was man daraus macht. Das kommt auch langsam in den Unternehmen an, die immer mehr nach Bewerbern mit Ecken und Kanten suchen. Die nicht nur stur auf die Noten in den Zeugnissen und auf den Lebenslauf achten. Denn wenn man als Recruiter einmal hinter die Fassade schaut, merkt man schnell, dass die wichtigsten Skills heutzutage weder in der Schule gelehrt werden noch sich auf dem Lebenslauf abbilden lassen.

 

Irrtum #2 „Das Unternehmen entscheidet, ob ich den Job bekomme“

Früher hat man sich beworben und dann die folgenden Tage Zuhause gezittert, ob man den Job bekommt. Heute ist es umgekehrt. Heute hoffen Unternehmen, dass man den Bewerber von sich überzeugen konnte. Klingt übertrieben? Vielleicht, aber Fakt ist, dass die Arbeitslosenquote mit 5,3% (Stand: 31.12.2017) so niedrig ist wie schon lange nicht mehr. Tendenz sinkend. Durch den demografischen Wandel steuern wir auf Vollbeschäftigung zu und das merkt man in einigen Branchen mehr als deutlich. Mit diesem Wandel haben die Bewerber automatisch mehr Macht als je zuvor. Und mit der Generation Y haben wir Nachwuchskräfte auf dem Markt, die sich trauen ihre Erwartungen im Bewerbungsgespräch offen anzusprechen. Und wieder gehen, wenn auf die Worte und Versprechen aus dem Interview später keine Taten folgen.

Aus diesen Gründen ist ein Vorstellungsgespräch immer eine Prüfung von beiden Seiten. Das Unternehmen prüft, ob die Bewerberin bzw. der Bewerber zu ihnen passt, umgekehrt sollte der Bewerber sich ebenfalls fragen, ob er in dem Unternehmen arbeiten möchte.

Und dies sollte nicht nur anhand der Tätigkeit an sich getan werden. Seit wachsam im Vorstellungsgespräch: Wie wird das Interview geführt? Wie ist der Umgangston, die Atmosphäre? Schaut euch um, wie ist das Gebäude gestaltet, die Arbeitsausstattung? Könnt ihr euch vorstellen dort die nächsten Jahre ein- und auszugehen? Wie gehen die Mitarbeiter miteinander um und ja auch, was für ein Gesicht ziehen sie?

Und dann verstell dich nicht, sondern zeig dich so wie du bist! Das wirst du nachher sowieso nicht aufrechterhalten können. Und noch wichtiger: Nicht wollen.

Gerade in der heutigen Zeit des Überflusses haben wir von allem Zuviel. Alles ist quasi immer und überall zugänglich. Und wenn es das mal nicht ist, bricht die große Panik aus. Das kennt jeder von uns, der mal verzweifelt auf ein WLAN-Signal gewartet hat oder vor einem verlängerten Wochenende einkaufen war. Wir überhäufen unseren Einkaufswagen mit Lebensmitteln, von denen wir wissen, dass wir sie niemals alle an den Feiertagen essen können. Selbst dann nicht, wenn plötzlich unsere Großfamilie unangekündigt vor der Tür steht. Und obwohl wir das wissen, tappen wir immer wieder neu in die Falle. Der Gedanke, an einem Feiertag plötzlich dazustehen und etwas nicht verfügbar zu haben macht uns Angst, nicht etwa die Sorge, dass wir verhungern. Wir kennen das nicht mehr. Gerade in den Großstädten gibt es immer eine Tankstelle, einen Späti oder einen Supermarkt am Hauptbahnhof bei dem wir notfalls einkaufen können. Gewöhnlich an 7 Tagen die Woche, 24 Stunden.

Und das spiegelt sich auch auf andere Bereiche unseres Lebens wieder. Bei der Arbeit gehen wir schon längst nicht bei einer Frage bei unserem Kollegen am Ende des Flurs vorbei. Auch greifen wir nicht nur aufs Telefon oder Emails zurück. Nein, wir nutzen außerdem Skype for Business, soziale Medien wie XING, Facebook oder Yammer, SharePoint, Slack oder Messenger wie WhatsApp. Und am besten alles gleichzeitig. War früher ein Kollege nicht am Platz, ist man halt am nächsten Tag nochmal bei ihm vorbeigegangen oder hat ihm einen Zettel auf den Schreibtisch gelegt. Heute skypen wir unsere Arbeitskollegen an, senden ihnen eine E-Mail, wenn sie nicht direkt antworten, um dann 5 Minuten später zum Telefonhörer zu greifen, ob derjenige sie schon erhalten hat und gelesen hat. Geht’s noch? Wo ist unsere Geduld hin, die Kunst abzuwarten? Warum erkoren wir jedes unserer Themen zum „Wenn ich nicht innerhalb der nächsten Minuten eine Antwort bekomme, geht die Welt unter“-Thema und stufen es als überlebenswichtig ein? Ich bin durchaus ein Fan der neuen Medien oder von modernen, schnellen Kommunkationsmitteln. Aber wir sollten einen vernünftigen Umgang mit ihnen finden.

Und wer kennt sie nicht: Die vielen überflüssigen Meetings, in den wir unsere kostbare Zeit absitzen? In denen viel geredet, aber umso weniger etwas gesagt wird. Die beendet werden, ohne eine Entscheidung getroffen zu haben. „Das müssen wir uns dann nochmal anschauen“, heißt es oft. Warum nicht jetzt, wo wir schon mal alle versammelt sind? Warum ist schon wieder niemand vorbereitet? Warum checken parallel alle ihre Mails (oder spielen die etwa Solitär?), anstatt sich gegenseitig zuzuhören und sich mit Respekt zu begegnen?

Auch die Werbung und unser Konsumwahn trägt zum „Zuviel“ bei. Wir verbringen so viel Zeit damit Dinge zu besorgen, die uns die Werbung vorgaukelt zu brauchen und die dann doch unbenutzt in unserer Schublade landen, dass uns diese Zeit für die Dinge fehlt, die uns wirklich erfüllen und die uns glücklich machen. Zeit für das Buch, das schon seit Wochen auf unserem Nachttisch liegt, für unsere Freundin, die wir schon so lange mal wieder besuchen wollten oder oder oder.

Zu viele Meetings im Job, zu viele private Termine und damit Freizeitstress, die Emailflut und ständige Erreichbarkeit, der Konsumwahn… in vielen Lebensbereichen würde es uns gut tun einen Gang zurückzuschalten und uns auf das Wesentliche zu beschränken. Jeder auf seine eigene Weise und in seinem eigenen Tempo.

Wie kommt es, dass wir oftmals gerade dann am glücklichsten sind, wenn wir nur ganz wenig Besitz bei uns haben? Sogar so wenig, das wir andere normalerweise für unzurechnungsfähig erklären würden, wenn sie uns sagen würden, wir müssten damit einige Zeit auskommen? Aber genauso ist es im Urlaub, wenn wir nur ein paar Shorts & Shirts im Gepäck haben und wir am Ende sogar feststellen, dass wir schon wieder zu viel eingepackt haben. Aber wenn wir entspannt, gelassen und ganz bei uns sind, braucht es gar nicht mehr. Dann genießen wir das Leben mit dem was wir haben. Genießen die Einfachheit, dass wir gar nicht so viele Wahlmöglichkeiten haben wie im Alltag und einfach das anziehen, was der Rucksack oder der Koffer hergibt. Uns die einfachen Nudeln mit Tomatensauce, die wir auf dem Campinggrill gezaubert haben, so unfassbar gut schmecken und uns nach einem langen, aufregenden Entdeckungstag so glücklich machen, wie es die 3 Gänge im Szenelokal selten machen. Wobei die auch nicht zu verachten sind. Aber wie so oft im Leben: Die Mischung macht´s und weniger ist manchmal mehr.

Was macht dich wirklich glücklich und zufrieden im Leben?

 

Um ein glückliches und erfülltes Leben führen zu können, musst du wissen welche Bedürfnisse du im Leben hast. Was treibt dich an einem kalten, verregneten Morgen an um 06:00 Uhr in der Früh aufzustehen und dich auf den bevorstehenden Tag zu freuen? Was macht dich zufrieden? Was motiviert dich? Nur wenn du das weißt und dein Leben konsequent nach deinen Motiven ausrichtest, kannst du ein erfülltes Leben führen.

 

Jeder von uns hat andere Antreiber im Leben. Bei dem einen ist es die Macht, die ihn motiviert und das Bedürfnis nach Einflussnahme, bei einem anderen ist es vielleicht der Wunsch nach Unabhängigkeit und Freiheit. Wiederum andere sind erfüllt, wenn sie eine Familie haben und Kinder, um die sie sich kümmern können. Unsere Motive sind unterschiedlich, aber kein Motiv ist dabei besser oder schlechter als ein anderes. Im Gegenteil: Gerade diese Unterschiedlichkeit macht uns doch aus und wie sähe das Leben aus, wenn alle Menschen nur nach demselben Motiv streben würden? Ganz gewiss nicht so spannend wie es in Wirklichkeit ist.

 

Wenn wir unsere Motive kennen, können wir zudem bessere Entscheidungen treffen. Vor allem auch schnellere. Wir müssen nicht lange über das hochdotierte Jobangebot mit dem Firmenwagen in einer starren Unternehmenskultur nachdenken, wenn wir wissen, dass Status und Geld uns gar nicht wichtig sind und wir eigentlich nach Unabhängigkeit streben. Auf der anderen Seite wird uns ein niedrig bezahlter Job in der Wohltätigkeitsorganisation umgekehrt auch nicht erfüllen, wenn wir uns nach Status und Macht sehnen. Das ist völlig in Ordnung. Es geht wie gesagt nicht darum, dass ein Motiv besser als das andere ist.

 

Dies sollten wir uns immer wieder verinnerlichen. Gerade dann, wenn uns unser Gegenüber mal wieder komisch vorkommt. Es ist liegt in der Natur des Menschen das wir erstmal diejenigen, die uns ähnlich sind, auf Anhieb sympathischer finden. Wenn dir selbst Statussymbole zum Beispiel nicht wichtig sind, scheint dir die Person die nach Status strebt und stolz ihren neuen Sportwagen präsentiert, vielleicht auf den ersten Blick arrogant oder du verstehst nicht, wie einem materielle Dinge so wichtig sein können. Doch wenn wir den Blick für die Motive der anderen öffnen und die damit verbundenen Stärken anerkennen, können wir auch die Beziehungen zu unserem Umfeld stärken. Denn wenn man verstanden hat, dass jeden Menschen etwas Anderes antreibt, werden wir toleranter. Wenn unsere höchste Motivation Unabhängigkeit ist und unsere Freundin hat dieses Motiv sehr gering ausgeprägt, verstehen wir plötzlich ihr Verhalten viel besser und können uns auf sie einstellen. Wo wir uns früher aufgeregt haben und ihr Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen können, können wir nun vielleicht lächeln und uns über ihren Gemeinschaftssinn freuen.

 

Deine Vorteile auf einem Blick

 

Deine inneren Antreiber zu kennen

  • wird dich langfristig glücklicher und zufriedener machen    (sofern du dein Leben nach ihnen ausrichtest)
  • hilft dir wichtige Entscheidungen besser und schneller zu treffen
  • macht dich toleranter & erhöht die Qualität deiner Beziehungen zu Anderen

Ich gebe zu: Der Titel ist ein bisschen platt. Aber um wirklich voran zu kommen im Leben, ist es wichtig sich Ziele zu setzen. Und damit sind eben nicht die lauen Vorsätze gemeint, die wir beschwipst kurz vor Mitternacht unserer Freundin ins Ohr lallen und die wir kurz nach Mitternacht auch fast schon wieder vergessen haben. Abnehmen, mehr Sport treiben, uns gesünder ernähren. Wir alle kennen die überfüllten Fitnessstudios im Januar. Anstehen vor den Laufbändern und Geräten, es riecht nach Schweiß, keine freien Schränke in den Umkleiden. Die Sportler unter uns aber wissen: Dieser Zustand hält nicht lange an. Im Februar ist es schon merklich gelichtet, spätestens im März haben wir unser Fitnessstudio wieder fast für uns alleine.

 

Jetzt zur Weihnachtszeit und somit In den letzten Tagen des Jahres haben wir Zeit durchzuschnaufen und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Haben wir all unsere Vorsätze umgesetzt? Haben wir das erreicht, was wir uns vorgenommen haben? Was lief gut in diesem Jahr? Was lief nicht so gut und was können wir im neuen Jahr besser machen? Sind wir auf dem richtigen Weg um unser ganz großes Ziel, unser Lebensziel, zu erreichen? Welche Ziele haben wir im nächsten Jahr? Was möchten wir im kommenden Jahr umsetzen oder erreichen?

 

So setzt du dir Ziele, die mehr als ein beschwipster Vorsatz in der Silvesternacht sind.

 

Alle oben genannten Vorsätze (Abnehmen, mehr Sport treiben, uns gesünder ernähren) waren keine Ziele! Wenn man sich wirkliche Ziele setzen möchte, braucht es mehr als ein kurzes Sinnieren in der Silvesternacht. Um genauer zu sein braucht es fünf Schritte:

 

1. Setze dir ein konkretes Ziel!

Mache dir Gedanken darüber, was du überhaupt erreichen willst. So banal dieser Schritt klingen mag, umso wichtiger ist er. Es ist von großer Bedeutung dein Ziel so genau wie möglich zu beschreiben und es smart zu formulieren. Smart heißt spezifisch, messbar, aktionsorientiert, realistisch, terminiert.

 

Beispiel

Ich möchte mindestens zweimal die Woche joggen gehen und beim Firmenlauf am 20.05.2018 den 10km-Lauf unter 60 min. laufen.

 

2. Visualisiere dein Ziel!

Erschaffe dir danach ein genaues Bild von dem, was du erreichen willst. Visualisiere dein Ziel. Deinen Wunschzustand. Du kannst dir entweder ein Vision Board erstellen oder auch mit deiner inneren Vorstellungskraft arbeiten.

 

Beispiel

Stell dir zum Beispiel ganz genau vor, wie du bei dem Firmenlauf leichtfüßig deine Runden drehst. Du merkst, dass das harte Training sich gelohnt hat, du zufrieden mit dir und deinem Körper bist, du den Lauf einfach nur genießt. Stell dir ganz genau vor was du an dem Tag anhast, wie du dich fühlst, wer bei dir ist, was du erlebst. Die Visualisierung deiner Ziele trägt stark zu deiner Motivation bei und hilft dir dabei auch in härteren Zeiten durchzuhalten.

 

3. Mache dir einen Plan

Dank des ersten Schrittes weißt du inzwischen ganz genau welches Ziel du im nächsten Jahr erreichen willst. Als nächstes solltest du dir überlegen wie du dein Ziel erreichen kannst. Was wirst du in den nächsten Wochen und Monaten ganz konkret tun, um dein Ziel zu erreichen?

 

Beispiel

Du entwickelst einen detaillierten Trainingsplan, um dein Ziel zu erreichen. In dem Plan hältst du fest an welchen Tagen du wie lange, wie viele Kilometer und in welchem Tempo laufen wirst.

 

4. Fange an zu Handeln

Als letztes ist es immens wichtig, schnell in die Umsetzung zu kommen. Halte dich nicht zu lange an Schritt 2 auf. Ein guter Plan kann wichtig sein, aber am allerwichtigsten ist es möglichst schnell zu handeln und die ersten Schritte umzusetzen, die dich deinem Ziel näherbringen. Manche Menschen vergessen vor lauter Pläneschmieden, die Dinge tatsächlich auch zu machen bzw. investieren sie soviel Zeit dabei einen detaillierten Plan auszutüfteln, dass ihnen diese Zeit dann später für die Handlung fehlt.

 

Beispiel

Wenn es dich zum Beispiel viel Zeit kostest einen Trainingsplan für 6 Monate zu entwerfen, könntest du beispielsweise vorerst nur die erste Woche planen und die Zeitersparnis dazu nutzen um direkt loszulegen. Eine andere Alternative wäre es einen fertigen Trainingsplan im Internet herunterzuladen oder dir von einem Personaltrainer einen auf dich zugeschnittenen Trainingsplan aufstellen zu lassen.

 

5. Fokussiere dich!

Fokussiere dich bei allem was du tust auf dein Ziel. Frage dich bei jeder Tätigkeit „Bringt mich das, was ich gerade tue wirklich näher zu meinem Ziel?“ Falls ja, unbedingt weitermachen. Falls nicht, stoppe die Handlung sofort und fokussiere dich wieder.

 

Beispiel

Du liegst auf dem Sofa und schaust Fernsehen. Bringt dich das deinem Ziel, den 10km-Lauf unter einer Stunde zu laufen, weiter? Wenn du drei anstrengende Trainingstage hinter dir hast, kann eine Regenerationsphase und damit ein Abend auf dem Sofa durchaus sinnvoll sein. Ist es der dritte Abend hintereinander und du hast auch noch ein Bier und eine Tüte Chips in der Hand? Dann wohl kaum und du solltest dich wieder auf dein Ziel fokussieren und ins Handeln kommen.

Die Vorweihnachtszeit ist immer etwas ganz Besonderes im Jahr. Es ist eine schöne Zeit, um einen Gang runterzuschalten, zur Ruhe zu kommen und das Jahr Revue passieren zu lassen. Der Winter und das Wetter sind auch prädestiniert dafür: Was gibt es schöneres als es sich bei Regen, Schnee oder stürmischen Wetter Zuhause mit einer Tasse heißen Schokolade auf dem Sofa gemütlich zu machen und endlich das Buch zu lesen, auf das man sich schon so lange freut? Mit der besten Freundin Weihnachtsplätzchen zu backen oder vor dem Kamin stundenlang zu quatschen? Sich zum x-ten Mal den Lieblingsfilm anzusehen und ohne schlechtes Gewissen einfach mal die Seele baumeln zu lassen? Mit Freunden abends bei einer Flasche Wein zusammen zu kochen oder nach einem Schneespaziergang ein heißes Bad zu nehmen? Herrlich, oder?

 

Die Realität sieht bei den meisten von uns leider anders aus: In der Firma wollen wir schnell noch alles abarbeiten und unsere Projekte abschließen, um mit einem guten Gewissen ins neue Jahr zu gehen. Nach der Arbeit stürzen wir uns ins Getümmel der Geschäfte, um die Geschenke für unsere Lieben zu besorgen und privat hetzen wir von einer Weihnachtsfeier zur anderen, auf die wir oftmals gar keine Lust haben und auch noch ein Wichtelgeschenk mitbringen sollen. Dann müssen wir mit unseren Familien abstimmen, wo wann mit wem gefeiert wird und merken wie schwer es ist, allen Wünschen gerecht zu werden. Doch gerade an Weihnachten möchten wir natürlich niemanden vernachlässigen. Der Weihnachtsmarkt, auf dem wir nach Feierabend verabredet sind, ist ein einziges Geschiebe und schnell sind wir genervt von dem ganzen Weihnachtswahn.

 

Woher kommt es, dass wir die eigentlich besinnliche Zeit als so stressig empfinden? Meisten halsen wir uns gerade in den letzten Wochen des Jahres geradezu einen Terminmarathon auf. Wie wäre es damit einige Termine in den Januar zu schieben, der ohnehin meistens recht trist ist? Dann könnten wir uns in der Adventszeit auf die Dinge besinnen, die uns wirklich wichtig sind, uns Spaß machen und unsere Alltagspflichten entlasten. Ein weiterer Grund ist sicherlich unserem Perfektionismus geschuldet, da gerade an Weihnachten alles möglichst perfekt sein und reibungslos funktionieren soll. Wer meinen Blog verfolgt, durfte schon in meinem Blogbeitrag „Wie du aus der Perfektionismus-Falle aussteigst“ Strategien kennenlernen, die helfen den eigenen Perfektionswahn im Zaum zu halten.  Daneben spielt noch ein zweiter Wahn eine zentrale Rolle für den Weihnachtsstress: der Konsumwahn. Meist auf den letzten Drücker hetzen wir von einem Geschäft zum anderen, die aus allen Nähten platzen, um das ultimative Geschenk für unsere Liebsten zu bekommen. Wie wäre es damit, schon über das Jahr verteilt Geschenkideen zu sammeln oder anstatt Materielles einfach unser wertvollstes Gut zu verschenken: Unsere Zeit! Denn eigentlich geht es doch wie immer nur um eines im Leben und ganz besonders zu Weihnachten: Um das Beisammensein.

Heute möchte ich einen Blick auf die Introvertierten unter uns werfen. Sie gelten oft als schüchtern, langweilig, in sich gekehrt – kurz um: Als Mauerblümchen. Während die Extrovertierten auf Partys von einem Tisch zum nächsten wandern und es genießen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, laut lachen, sich scheinbar mit jedem gut verstehen und sich prächtig amüsieren, beobachten Introvertierte das Treiben oftmals am Rande der Veranstaltung. Alles nur Vorurteile?

Das Introvertierte einen solch schlechten Ruf haben, liegt oftmals daran, dass der Begriff im Sprachgebrauch falsch interpretiert und mit „schüchtern“ gleichgesetzt wird. Auch spricht die Kultur eine große Rolle in der Bewertung der Persönlichkeit. Werden Introvertierte beispielsweise im asiatischen Raum geschätzt, kann es in den USA nicht laut genug sein. Doch was bedeutet introvertiert sein nun eigentlich genau, wenn nicht schüchtern?

Introvertiert bedeutet nichts anderes, als seine Aufmerksamkeit verstärkt auf sein eigenes Innenleben zu richten statt nach außen. Die Begriffe Intro- und Extraversion basieren auf der Typologie von Carl Gustav Jung, einem schweizerischen Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie.  Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist außerdem, dass man seine Energie dadurch gewinnt, Zeit mit sich alleine zu verbringen um in Ruhe seine Energiereserven aufzutanken. Wenn introvertierte Personen hingegen lange Zeit am Stück von anderen umgeben sind ohne eine Rückzugsmöglichkeit zu haben, fühlen sie sich schnell erschöpft und ausgelaugt. Dies kann dann schon mal zu Irritationen führen, wenn das Umfeld denkt, man zieht sich nach dem Tagesseminar aus Desinteresse oder Gleichgültigkeit zurück, anstatt den Abend mit den anderen an der Bar zu verbringen. Dabei genießen introvertierte Persönlichkeiten durchaus auch die Gesellschaft von anderen, aber sie benötigen diese Zeit mit sich selbst zwischendurch eben, um ihren Energietank wieder aufzufüllen. Dies sollte man akzeptieren und tolerieren. Jeder von uns trägt im Übrigen sowohl introvertierte als auch extravertierte Züge in sich. Je nach Anlass, Umfeld und Situation können wir also entweder auf unser Inneres oder nach außen gerichtet sein. Doch eine der beiden Richtungen wird von uns favorisiert und durch sie gewinnen wir letztendlich unsere Energie.

Auch als Introvertierte/r kann man sehr erfolgreich sein. Bekannte Persönlichkeiten machen es vor: Angela Merkel, Bill Gates und Albert Einstein sind wohl die berühmtesten Introvertierten, die sich auf leise Weise ihren Weg nach vorne gebahnt haben. Doch wie schafft man es in der Masse nicht unterzugehen und sich gegen die Extrovertierten durchzusetzen? Gerade im Berufsleben ist dies oftmals schwer, wenn der Arbeitskollege wieder lauthals (und ungefragt) seine Ideen zum Besten gibt, bevor man sich überhaupt zu Wort melden konnte. Dies führt zu Frust auf beiden Seiten.

Die Intros müssen sich aber auch auf die Extrovertierten einstellen. Oftmals werden diese von den Introvertierten nämlich als Schwätzer abgetan, die nur reden können, aber keine Kompetenz haben. Zu laut sind. Zu oberflächlich. Das sind genau solche Vorurteile wie umgekehrt. Damit bringt man sich außerdem in die Opferrolle: Die bösen Extrovertierten, die einem immer die Show stehlen und weshalb man lieber gleich die Ideen für sich behält, statt sich vor dem Chef gut zu verkaufen? Nein, dafür ist man schon selbst verantwortlich!

Außerdem gibt es kein gut oder schlecht: Egal, ob extrovertiert oder introvertiert – wir sind alle genau so richtig, wie wir sind. Sowohl die Extrovertierten als auch die Introvertierten haben wertvolle Stärken, die gut für das Miteinander sind. Die uns Impulse geben. Uns voranbringen. Unsere Gesellschaft bereichern.

Wir müssen nur lernen, uns selbst und unser Umfeld zu verstehen und einordnen zu können. Reflektieren, warum wir uns in manchen Situationen so verhalten und nicht anders. Überlegen, wie dies wiederum bei unseren Mitmenschen ankommt und uns somit in unser Gegenüber hineinversetzen. Versuchen die Welt mit seiner Brille zu sehen und bewusst die Perspektive zu wechseln. Wenn wir dies tun, vermeiden wir häufig nicht nur Missverständnisse und Konflikte, sondern haben automisch mehr Verständnis füreinander. Wir können dann viel gelassener mit der Andersartigkeit des Gegenübers umgehen, als immer nur mit erhobenem Finger auf sie zu zeigen und unser Umfeld mit mehr Wertschätzung begegnen. Dies wiederum wird uns erfolgreicher machen – sowohl privat als auch im beruflichen Umfeld.