Adventszeit

Die Vorweihnachtszeit ist immer etwas ganz Besonderes im Jahr. Es ist eine schöne Zeit, um einen Gang runterzuschalten, zur Ruhe zu kommen und das Jahr Revue passieren zu lassen. Der Winter und das Wetter sind auch prädestiniert dafür: Was gibt es schöneres als es sich bei Regen, Schnee oder stürmischen Wetter Zuhause mit einer Tasse heißen Schokolade auf dem Sofa gemütlich zu machen und endlich das Buch zu lesen, auf das man sich schon so lange freut? Mit der besten Freundin Weihnachtsplätzchen zu backen oder vor dem Kamin stundenlang zu quatschen? Sich zum x-ten Mal den Lieblingsfilm anzusehen und ohne schlechtes Gewissen einfach mal die Seele baumeln zu lassen? Mit Freunden abends bei einer Flasche Wein zusammen zu kochen oder nach einem Schneespaziergang ein heißes Bad zu nehmen? Herrlich, oder?

 

Die Realität sieht bei den meisten von uns leider anders aus: In der Firma wollen wir schnell noch alles abarbeiten und unsere Projekte abschließen, um mit einem guten Gewissen ins neue Jahr zu gehen. Nach der Arbeit stürzen wir uns ins Getümmel der Geschäfte, um die Geschenke für unsere Lieben zu besorgen und privat hetzen wir von einer Weihnachtsfeier zur anderen, auf die wir oftmals gar keine Lust haben und auch noch ein Wichtelgeschenk mitbringen sollen. Dann müssen wir mit unseren Familien abstimmen, wo wann mit wem gefeiert wird und merken wie schwer es ist, allen Wünschen gerecht zu werden. Doch gerade an Weihnachten möchten wir natürlich niemanden vernachlässigen. Der Weihnachtsmarkt, auf dem wir nach Feierabend verabredet sind, ist ein einziges Geschiebe und schnell sind wir genervt von dem ganzen Weihnachtswahn.

 

Woher kommt es, dass wir die eigentlich besinnliche Zeit als so stressig empfinden? Meisten halsen wir uns gerade in den letzten Wochen des Jahres geradezu einen Terminmarathon auf. Wie wäre es damit einige Termine in den Januar zu schieben, der ohnehin meistens recht trist ist? Dann könnten wir uns in der Adventszeit auf die Dinge besinnen, die uns wirklich wichtig sind, uns Spaß machen und unsere Alltagspflichten entlasten. Ein weiterer Grund ist sicherlich unserem Perfektionismus geschuldet, da gerade an Weihnachten alles möglichst perfekt sein und reibungslos funktionieren soll. Wer meinen Blog verfolgt, durfte schon in meinem Blogbeitrag „Wie du aus der Perfektionismus-Falle aussteigst“ Strategien kennenlernen, die helfen den eigenen Perfektionswahn im Zaum zu halten.  Daneben spielt noch ein zweiter Wahn eine zentrale Rolle für den Weihnachtsstress: der Konsumwahn. Meist auf den letzten Drücker hetzen wir von einem Geschäft zum anderen, die aus allen Nähten platzen, um das ultimative Geschenk für unsere Liebsten zu bekommen. Wie wäre es damit, schon über das Jahr verteilt Geschenkideen zu sammeln oder anstatt Materielles einfach unser wertvollstes Gut zu verschenken: Unsere Zeit! Denn eigentlich geht es doch wie immer nur um eines im Leben und ganz besonders zu Weihnachten: Um das Beisammensein.

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